Journal of Okayama Medical Association
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無尾兩棲類ニ於ケル眼裂形成竝ニ其ノ閉鎖ニ就テ

渡邊 武 岡山醫科大學解剖學教室胎生學研究室
Thumnail 46_557.pdf 18.4 MB
抄録
Über die Entstehung der fetalen Augenbecher spalte und ihren Verschluss bei Wirbeltieren wurde von vielen Autoren schon bei verschiedenen Tierarten eingehend gearbeitet. Neuerdings hat Dr. Ken Takahasi aus unserem Laboratorium eine eingehende beachtenswerte Arbeit zu diesem Thema bei Urodelen (Megalobatrachus japonicus) veroffentlicht Unter Leitung von Herrn Prof. J. Shikinami habe ich auch darüber bei Anuren gearbeitet, denn von diesen Tierarten scheinen mir genauere und systematische Studien noch nicht vorzuliegen, wenn sie auch als embryologischer Gegenstand von vielen Seiten bearbeitet wurden. Als Material wurden Larven von Rana esculenta und Bufo vulgaris benutzt. Das Material wurde zum Teil in Zenkerscher Flüssigkeit und zum Teil in Formol fixiert. Nach der Stückfärbung mit Borax-karmin und Paraffineinbettung habe ich es in Serienschnitte grosstenteils von 10μ und den anderen Teil von 15μ oder 20μ Dicke zerlegt. Ausser gewöhnlicher Schnittrichtung wurde es besonders zur Hälfte in sagittaler und zur Hälfte in querer Richtung zerlegt, um das Verhalten sowie die Verschliessungsweise der Becherspalte genauer zu beobachten, ebenfalls die Bilder von beiden Schnitten zu gleicher Zeit miteinander vergleichen, Die Plattenrekonstruktionsmodelle wurden nach der Borne-Pterschen Methode angefertigt. Die hauptsächlichen Resultäte der vorliegenden Untersuchunge lassen sich folgendermassen zusammenfassen: Mit der Entwicklung der primä ren Augenblase verdickt sich die laterale Wand stark und stülpt sich in das Augenblasenlumen tief hinein, um den Augenbecher zu bilden und es erfolgt im Blasenlumen durch starke Wucherung der lateralen Wand eine deutliche Faltenbildung, wie sie bei Säugern und Vögeln am Becherboden angetroffen Wird. Diese setzt sich sodann als allmahlich niedriger und schmäler werdende Leiste zur ventralen Wand des Augenstiels fort, um dort rasch zu verschwinden. Bei der Umwandlung der Blase zum Becher entsteht zwischen der temporalen und nasalen Unterpartie des Bechers eine seichte flache Rinne, die gerade der ersten Anlage des Becherspalte entspricht und deren dorsale Wand sich innerhalb des Blasenlumens eine von der Netzhaut nach dem Stiele fortsetzende Leiste, sogenannte "dorsale Falte" von v. Szily, bildet. Infolge des weiteren Wachsens der beiden Spaltränder verlängert, verschmälert und vertieft sich die Becherspalte mehr und mehr. Bei vorliegenden Tierarten, bei denen sich die Netzhaut ziemlich stärker und dicker entwickelt, ist es bequem, dass man an der ausgebildeten ganzen Becherspalte zwei Teile unterscheidet, nämlich einen Netzhaut. und anderen Becherwandungsteil. Mit der Ausbildung der Becherspalte treten die Nervenfasern am Becherboden auf, und drängen sich in den Spaltenboden der Netzhautteiles hinein und wachsen zur ventralen Wand des Becherstiels herüber. So kann man mit Gewissheit sagen, dass die Becherspalte selbst als die "Leitungsbahn der Nervenfasern" (Takahasi) eine grosse Rolle spielt, obgleich sie auf der anderen Seite als Eintrittsstelle des mesodermalen Gewebes in der Augenbecherhöhle dient. Bei unseren Tierarten wird der Restraum des Sehventrikels bzw. Ventriculus retroretinalis triangularis (Jokl) schon relativ frühzeitig eingeengt, so dass die Entwicklung der dorsalen Falte verhältnismassig schwächer ist und nicht von Netzhaut umgeschlossen, sondern von ihr einfach übergezogen ist. Im nächsten Stadium (bei Rana von 8.0mm. bei Bufo von 16.0mm Körperlänge) beginnt der Verschluss der Becherspalte in ihrer Mitte, gerade an der Übergangsstelle vom Netzhaut-zum Becherwandungsteile, um weiter nach den beiden proximalen und distalen Enden fortzuschreiten. Aber am pupillarrand bleibt sie bis in ein noch späteres Stadium offen.
ISSN
0030-1558
NCID
AN00032489