Journal of Okayama Medical Association
Published by Okayama Medical Association

<Availability>
Full-text articles are available 3 years after publication.

胸腺ヲ全剔出セシ幼若ナル家兎ノ卵巣ノ組織學的變化ニ就テ

宇野 善一 岡山醫科大學解剖學教室
Thumnail 46_979.pdf 9.23 MB
抄録
Um die Wechselbeziehung zwischen Thymus und Ovarium zu untersuchen, beschäftigte sich Verf. mit eingehenden Untersuchungen der nach der totalen Exstirpation der Thymusdrüse hervorgerufenen histologischen Veränderungen der Ovarien. Als Kontrolle untersuchte er die Ovarien von normalen jungen, vor der Pubertät stehenden Kaninchen. Zur Untersuchung gebrauchte er Hamatoxylin-Eosinfärbung und Cajalschen Versilberung. Die Resultate sind die folgenden: Befunde der Ovarien bei normalen jungen Kaninchen. 1. Bei den jungen Kaninchen sind die Ovarien makroskopisch im allg. zylinderförmig, ihre beiden Enden sind kegelförmig und ihre Oberflache ist glatt und rötlich grauweiss. Die Grösse ist unbestimmt. 2. Histologisch kann man Rinden- und Marksubstanz unterscheiden. Die Epithelzellen sind einschichtig angeordnet. Die Rindensubstanz besteht aus interstitiellen Follikelzellen und Bindegewebe, jedoch kann man in ihr keine reifen Follikel finden. Die primären Follikel und die kleinen Follikel sind auf der Oberfläche der Rindensubstanz einschichtig angeordnet. Die leicht entwickelten Follikel sind von einschichtigen Epithelzellen umgeben. Die noch weiter entwickelten Follikel liegen verhältnismässig tief, in ihnen kann man Eizellen und Membrana granulosa unterscheiden. In den grossen Follikeln bestehen die Membrana granulosa aus mehrschichtigen Zellen, auf deren Innenseite sich eine ovale Eizelle befindet. Zwischen Eizelle und Membrana granulosa ist eine klare Begrenzung nachweisbar. Die Membrana granulosa sind mit einer amorphen, glassartigen Membran umgeben, auf deren Aussenseite die Tunica vaginalis geschichtet ist. Bei der Tunica vaginalis können zwei Schichten, Tunica vaginalis externa und Tunica vaginalis interna, unterschieden werden. Die letztere ist an Rundzellen reich, die erstere besteht aus einer dünnen bindegewebigen Membran. Die interstitiellen Zellen sind an Zahl gering und ihre Form ist unbestimmt. Die Marksubstanz besteht aus Bindegewebe, in dem zahlreiche Gefässe nachweisbar sind, die indessen weder Dilatation noch Hyperämie zeigen. 3. Bei den jungen Kaninchen zeigt der Golgische Apparat in den Einzellen im allg. keine deutliche Entwicklung. In den kleinen Follikeln liegt der Apparat in der Nähe des Kernes als Körnchen, Stäbchen und Fadchen. In den grossen Follikeln erscheint der Apparat in der Eizelle als Körnchen zerstreut, manchmal liegen diese Kornchen in der Umgebuug der Eizelle dicht aneinander. Der Golgische Apparat in den Zellen der Membrana granulosa ist verhaltnismassig gut entwickelt, in den kleinen Follikel tritt er an der Unterseite des Kernes als Kornchen und Stabchen in Erscheinung, jedoch liegt er manchmal seitlich des Kernes. In den mittelgrossen und grossen Follikeln findet sich der Apparat an der Unter seite oder an den Seiten des Kernes kommaartig, stäbchenartig und fädchenartig. Befunde der Ovarien nach der Exstirpation der Thymusdrüse. 1. Wenn die Thymusdrüse der jungen Kaninchen total exstirpiert wird, so entwickeln sich die Ovarien schnell (innerhalb des Anfangsstadiums von 10 Tagen). Die Gefässe sind dilatiert und hyperamisch. Es vermehren sich eosinophile Zellen im interstitiellen Gewebe. 2. Im weiteren Zeitablauf nach der totalen Exstirpation der Thymusdrüse kommt es bei den jungen Kaninchen zu einer regressiven Veränderung der Follikel, welche je nach dem Entwicklungsgrad der Follikel verschieden ist. Was am frühesten degeneriert, sind grosse Eollikel. Ihnen folgen mittelgrosse Follikel. Die kleinen primären Follikel sind am meisten widerstandsfähig und bleiben lange Zeit im gesunden Zustand. 3. Längere Zeit nach der totalen Exstirpation der Thymusdrüse können bei den jungen Kaninchen in den Ovarien keine kleineh Follikel mehr neugebildet werden, die vorhaudenen Follikel verfallen in regressive Veränderung und infolgedessen werden keine reifen Follikel mehr gebildet. 4. Die nach der totalen Exstirpation der Thymusdrüse hervorgerufenen Veränderungen der Follikel beginnen im Eikern, sodann verändern sich die Eizelle und die Zellen der Membrana granulosa (Follikelepithelzellen). Die Zellen der Tunica vaginalis interna sind am meisten widerstandsfähig und bleiben lange Zeit hindurch undegeneriert. 5. Die nach der totalen Exstirpation der Thymusdrüse auftretenden Veränderungen der Follikel erscheinen als ein voluminöser und capsulärer Verschluss. Bei dem ersteren verändern sich die Follikel durch das Eindringen der Zellen der Tunica vaginalis bindegewebig. 6. Beim Ablauf längerer Zeit nach der totalen Exstirpation der Thymusdrüse vermehren sich bei den jungen Kaninchen die Zellen der Tunica vaginalis und die interstitiellen Zellen, je nachdem die Veränderung der Follikel hochgradiger wird. 7. Wenn man die Thymusdrüse der jungen Kaninchen exstirpiert, stimmt die Ab- und Zunahme des Golgischen Apparates der Eizellen mit der histologischen veränderung der Eizellen überein. Direkt nach der Exstirpation ist seine Entwicklung gut, mit der Zeit wird dieselbe aber schwach. 8. Was den Golgischen Apparat der Zellen der Membrana granulosa anbelangt, so zeigt er hier eine gleiche Entwicklung wie in den Eizellen. Bei den in voluminösen Verschluss verfallenden Follikeln ist der Apparat der Membrana granulosa verhältnismässig gut entwickelt und bleibt lange Zeit hindurch tätig, jedoch wird seine Entwicklung mit dem Fortschritt des Verschlusses allmählich schwächer. 9. Obwohl es möglich sein kann, dass die Ovarien mit den Schilddrüsen und den Nebennieren in irgendeiner Beziehung stehen, so kann doch angenommen werden, dass die Thymusdrüse auf die Ovarien hemmend einwirkt, wenn die nach der totalen Exstirpation der Thymusdrüse zustande kommenden, histologischen Veränderungen der Ovarien und die Ab- und Zunahme des Golgischen Apparates in Betracht gezogen werden. 10. Die Exstirpation der Thymusdrüse ist eine sehr schwere Operation. Daher beschäftigtes ich Verf. viel mit der Methode der Exstirpation und fand schliesslich eine für die Tiere wenig gefährliche und sichere Methode. Diese Methode besteht darin, dass man vom II. oder III. Interkostalraum aus die Brusthöhle erreicht und die Thymusdrüse exstirpiert. Diese Methode ist die beste.
ISSN
0030-1558
NCID
AN00032489